Geschichte des Seelandes
Von der Urzeit zur Gegenwart
Vor 300 Mio. Jahren bis zur Eisenzeit

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Vor 300 Mio. Jahren Lange, lange vor unserer Zeit bedecken weite Wasserflächen die ganze Schweiz. Heute bekannt unter der Bezeichnung "Tethysmeer". Fische, Ammoniten, Muscheln, Schnecken, und die verschiedensten Meerwasserpflanzen tummeln sich im ganzen Gebiet. Aufmerksame Wanderer werden Jahrmillionen später die verschiedensten Lebensformen als Versteinerungen finden und bestaunen.

Die entstehende Biomasse (Plankton, Algen und Mikroorganismen), setzt sich auf dem Meeresboden ab. Jahrmillionen später gewinnen wir aus dieser Biomasse den Asphalt aus dem Val de Travers.

 
Vor 200 Mio. Jahren Durch die Kontinentalverschiebung wird der Meeresboden langsam aber stetig angehoben. Es entstehen Korallenriffe, Inseln und ausgedehnte Strände.
Haie, Salzwasserkrokodile und andere Lebewesen bevölkern Wasser und Land. Zusammenhängende Landmassen formen sich, der Jura wird langsam aber stetig aus den Wasserfluten gedrückt.
Die reiche Vegetation und das milde Klima motivieren die verschiedensten Tiere zur "Einwanderung".

Die Erde erbebt, eine Herde Dinosaurier durchwandert den noch sehr flachen Jura bei Moutier. Durch ihr gewaltiges Gewicht hinterlassen sie tiefe Fussspuren im Schlamm, diese versteinern, und werden 1996 entdeckt.
Ein Echsenfussdinosaurier wird von einem herabfallenden Felsbrocken erschlagen und bleibt Tod im Kalkschlamm liegen.

Bei La Heutte oberhalb Biel, stapft ein Brontosaurier durch den Schlamm und hinterlässt seine Fussspuren der Nachwelt.

 
Vor 65 Mio. Jahren Grosses Dinosauriersterben. Bis heute konnte noch nicht schlüssig bewiesen werden aufgrund welcher Umstände die Dinos ausgestorben sind. Einige gehen davon aus, dass ein grosser Meteorit eingeschlagen ist und durch die Verdunkelung der aufgewirbelten Staubmassen eine Klimaveränderung statt fand. Es wurde sehr kalt, die Vegetation starb ab, die Dinos verhungerten.

Heute wird behauptet, die Vögel sind Nachfahren der Dinosaurier.

 
Vor 40 Mio. Jahren Die afrikanische Kontinentalplatte schiebt sich unter die europäische. Gewaltige Erdbeben erschüttern Mitteleuropa. Die Alpen entstehen.
 
Vor 600 Tausend bis 100 Tausend Jahren Ältere Altsteinzeit

Dieser Zeitspanne werden verschiedene Eiszeiten zugerechnet.
Die Eiszeiten bewirkten ein Anwachsen der Gletscher. Der Rhonegletscher schob sich durch das Seeland und zog sich in den zwischenzeitlichen Warmperioden wieder zurück. Noch heute können wir im ganzen Seeland "Findlinge" (grosse Steinblöcke aus den Alpen) finden.
Um 250 Tausend vor Chr. lebten in der Nähe von Pratteln (Basel) der Homo erectus. Ihr Ausbreitungsgebiet wird sich über das ganze Seeland bis hinunter nach Genf erstreckt haben. Der Faustkeil, welcher bei Pratteln gefunden wurde wird der Warmzeit zwischen Mindel- und Riss- Eiszeit zugerechnet.
Ein weiterer Faustkeil wurde bei Schlieren gefunden und wird in die Warmzeit zwischen der Riss- und der Würmeiszeit datiert (ca. 100 Tausend vor Chr.).

 
Vor 14 bis 12 Tausend Jahren In Moosseedorf kann ein steinzeitlicher Lagerplatz gefunden werden. Anhand der Bodenfunde (Werkzeuge aus Feuerstein und Knochen) einer kreisförmigen Anordnung von Steinen und einer Feuerstelle kann im Moosbühl bei Moosseedorf eine steinzeitliche Lagerstätte erkannt werden.
Anhand von Tierknochenfunden können die Forscher feststellen, dass Rentiere, Hasen, und Bären gejagt wurden.
 
Um 5000 v. Chr. Jungsteinzeit (Neolithikum)

In den verflossenen paar Tausend Jahren wurde das Klima immer gemässigter. Es bildeten sich Seen und Moore. Die Moore wurden zu Torf. Weisstannen und Laubwälder eroberten allmählich das neue Gebiet. Mit der Waldbildung wanderten Rothirsch, Reh, Wolf, Wildpferde und viele Kleinsäuger ein.
Die ansässigen Menschen begannen neben der Jagd mit dem Ackerbau. Aus der Westschweiz wanderten Menschen mit einer ganz besonderen Kultur ein. In Yverdon wurden Menhire aufgestellt. Heute bezeichnen wir die Epoche als Megalith-Kultur. Ueber diese Kultur wurde viel spekuliert. Die Megalith-Kultur reichte von Spanien, Frankreich (Carnac), England (Stonehenge), Irland, Schweiz bis nach Italien. Aus dieser Zeitepoche stammen auch die Dolmengräber. Zu welchem Zweck die Steine aufgestellt wurde blieb bis heute ein Geheimnis der Geschichte.

 
Ab 4000 v. Chr. Bisher waren Jäger und Sammler in unserer Gegend ansässig. Allmählich wanderten aus dem Süddeutschen Raum eine neue Bevölkerungsgruppe ein. Diese Menschen stammten ursprünglich aus dem vorderen Orient (Syrien, Irak, Israel, Ägypten) und hatten eine neue Lebensform. Sie waren sesshaft und pflegten den Ackerbau und die Viehzucht. Über rund 4000 Jahre hinweg haben sich die Bauern vom vorderen Orient immer wieder neue Siedlungsräume gesucht und sind so bis ins Seeland vorgestossen. Einige rodeten kleine Waldstücke um Ackerbau zu betreiben, andere liessen sich am Seeufer nieder und pflegten den Fischfang. Die Seeufer wurden jedes Jahr durch Schmelzwasser oder starke Regenfälle überflutet. In Seenähe entstanden so die ersten Stelzenhäuser oder Pfahlbauten.Die Jäger übernahmen nach und nach die neue Lebensform, da diese das Überleben im Winter, durch die Vorratshaltung besser absicherte.

Sprachgrenze?
Von Westen her sind die Menschen mit der Megalith-Kultur eingewandert, vom Osten her die Bauern aus dem Süddeutschen Raum. Möglicherweise ist dies bereits der Beginn der Sprachgrenze welche noch heute besteht. Die Schweizer nennen die Sprachgrenze auch "Röstigraben". Wir werden diesen roten Faden im Verlauf der Geschichte weiterverfolgen.

 
3850 v. Chr. bis ca. 2500 v. Chr. Im ganzen Seeland entstehen nach und nach kleinere Bauernsiedlungen. Weite Teile des Seelandes stehen noch unter Wasser oder bestehen aus Sumpf und Moorgebieten. Die Siedlungen werden deshalb auf den herausragenden Hügeln oder an deren Hängen gebaut. Die Werkzeuge bestehen immer noch aus Stein, sie werden aber mittlerweile in Holz geschäftet. In Twann, entstehen während den nächsten paar hundert Jahren 22 verschiedene Siedlungen. Aus diesen Siedlungen kennen wir heute die verschiedensten Fundstücke. Töpfe, Krüge, Schalen, Messer, Pflüge, Webgewichte, Angelausrüstungen, Mahlgeräte ect.
Weitere Siedlungen bestanden um den ganzen Bieler-, Neuenburger- und Murtensee. So wurden reichhaltige Funde in Vingelz, Engelberg / Wingreis, Ligerz, bei Schafis, Le Landeron, St. Petersinsel, bei Vinelz, Lüscherz, bei Gerolfingen, Mörigen, Lattrigen, Sutz, Nidau, Moosseedorf, Neuenburg, Corselles, Auvernier, Estavayer, Yverdon und Murten gemacht.
 
Ab 2500 v. Chr. Frühbronzezeit

Seit ca. 5000 v. Chr. wurden in Rumänien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei Kupfer abgebaut. Werkzeuge und Schmuckstücke wurden hergestellt. Händler aus dem Osten, sind auf ihren Reisen bis nach Vinelz vorgedrungen. Felle, Stoffe, oder Nahrung wurden gegen Kupfer eingetauscht. Eine Kupferkette und mehrere Werkzeuge konnten in Vinelz gefunden werden. Das Kupfer war jedoch noch sehr selten und wohl auch extrem teuer. Die Kupferfunde aus dieser Zeit, sind im Seeland sehr spärlich. Im Laufe der nächsten paar hundert Jahre wurden auch im Wallis Kupfererz entdeckt und abgebaut.

 
Ab 1800 v. Chr. Bronzezeit

Wo, wie und warum jemand auf die Idee kam, Kupfer mit Zinn zu schmelzen ist bis heute unbekannt. Das Ergebnis, dieses Schmelzprozesses hat die Geschichte jedoch merklich beeinflusst. Bronze, das golden schimmernde Metall war der neue Werkstoff. In Grandson - Corcelettes, Auvernier, Hauterive am Neuenburgersee, Mörigen, St. Petersinsel, Twann, Orpund bei Biel, Brügg, Meikirch, wurden Waffen, Werkzeuge und Schmuckstücke aus Bronze gefunden.
Die Bronze veränderte das Wirtschaftsleben. Zinn war nur aus weit entfernten Orten zu bekommen. Der Zinnhandel musste meist ganz Europa durchqueren. Die Reisenden kamen mit den unterschiedlichsten Kulturen in Kontakt und waren so auch die "Nachrichten-Sprecher" der Frühzeit. Der Handel brachte Botschaften von fernen Göttern, Bräuchen und Sitten. Allerlei Seltsames wie neue Gewürze, Heilpflanzen, Stoffe oder Verarbeitungstechniken fanden so den Weg ins Seeland.

Hier treffen wir wieder auf den roten Faden des "Röstigrabens". Der Westen des Seelandes wurde durch die von Frankreich kommende Rhone-Aare Kultur beeinflusst, der östliche Raum durch die süddeutsche Gruppe die wir heute die Singener Kultur nennen.

 
Ab 800 v. Chr. Ältere Eisenzeit (Hallstattzeit)

Wohl durch den Kupferhandel erreichte auch das erste Eisen das Seeland. Heute wird angenommen, dass die ersten Eisenschmiede im Seeland um die Jahre 750 bis 700 v. Chr. ihre Arbeit aufgenommen haben. Im Neuenburgersee bei Estavayer-le-Lac konnte ein Eisen-Dolch gefunden werden welcher aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammt. Leider sind bis heute keine weiteren Eisenfunde aus dem Seeland bekannt. Vielleicht liegt es daran, dass das Eisen zu stark rostet, oder dass diese Zeitepoche eine besonders friedliche war und keine Verstecke mit Eisenwerkzeugen angelegt wurden.

Ein weiteres Metall wurde um 700 v. Chr. im Seeland beliebt. Gold
Durch den Metallhandel wurden einige reicher als andere. Lokalfürsten hatten ihre Hände in vielen Geschäften. Um ihre gesellschaftliche Stellung und ihre Macht auch den kleinen Leuten zu demonstrieren behängten sie sich mit Goldschmuck. Viele Goldarbeiten stammten aus etruskischen (italienischen) oder griechischen Werkstätten. Die herausragende Stellung der Lokalfürsten musste natürlich auch im Jenseits gewährleistet sein. So fanden Waffen, Schmuckstücke, Krüge und Schalen den Weg in die Hügelgräber. Es war auch Sitte, dass sich die Persönlichkeiten mit ihrem Wagen bestatten liessen. Ausgiebige Grabfunde mit Bronze, Gold und Wagen(Beschlägen) konnten in Ins, Payerne, und Urtenen bei Schönbühl gemacht werden.

 
21.04.753 v. Chr. Die Gründung Roms Ein Datum, welches hier erwähnt sein muss, ohne dass wir behaupten wollen, Rom liege im Zentrum des Seelandes. Aber immerhin, eine Gründung, die auch das Seeland noch beschäftigen wird.
 
 
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Kelten und Römer