oberhofen
 


Die Gründung der Burg vermutet man im 12. Jahrhundert und wird den Edlen von Eschenbach zugeschrieben. Die Burg wechselte von den Eschenbachs in den Besitz der Habsburger. Ab 1309 stand Oberhofen unter habsburgischer Lehenhoheit. In der Schlacht bei Sempach 1386 bezogen die Habsburger tüchtig Prügel und verloren ihr Einflussgebiet. Bern brachte den Besitz um 1390 in seine Gewalt und verkaufte 1398 an den Schultheissen Ludwig von Seftigen und seine Schwester Antonia von Scharnachthal. 1421 ging der Besitz an Niklaus II von Scharnachthal über. Die Burg wechselte 1590 zur Familie von Erlach. Nach dem Aussterben des Familienzweiges von Erlach 1651 übernahm erneut Bern die Kontrolle und richtete eine Landvogtei ein. Die Landvogtei blieb bis 1798, der Niederlage der Eidgenossen gegen Napoleon I erhalten. 1801 wurde das Schloss versteigert und gelangte so in Privatbesitz. Der letzte Besitzer, der Amerikaner William Maul Measey richtete, infolge fehlender Erben, eine Stiftung ein. Die Stiftungsträger Kanton, Stadt und Burgergemeinde Bern übernahmen die Betriebskosten und seither ist es eine Filialstelle des Berner Historischen Museums.

Im Museum wird die Lebenskultur des 16. bis 19. Jahrhundert dargestellt. Einzelne Zimmer erinnern an ihre ehemaligen Besitzer. Der Sommersaal ist im Louis-quinze Stil gehalten, die Ausstattung stammt aus dem Rathaus des Äusseren Standes zu Bern. Das Scharnachthalzimmer beherbergt Hellebarden, Lanzen, Schwerter, Schilder und Rüstungen. Der türkische Rauchsalon oder Selamlik genannt erinnert an den Privatbesitzer den neuenburgischen Grafen Albert von Pourtalés.
Ein ganzes Zimmer ist einer ausserordentlich schönen Porzellansammlung gewidmet.

Neben den verschiedenen Zimmern auf den verschiedenen Stockwerken finden Sie auch ein Verliess oder die von Niklaus II von Scharnachthal 1480 veranlassten Wandmalereien in der Schlosskapelle. Eine reichhaltige Bildergalerie, im ganzen Schloss verteilt, lässt die wohlklingenden Namen aus der Vergangenheit mit einem Gesicht erscheinen.

 

Der Park des Schlosses soll zu den schönsten im Berneroberland zählen. Besonders augenfällig ist jedoch die Reinheit der Räume. Alles ist blitzsauber, kein Stäubchen zu finden. Man ist versucht die "Finken" anzuziehen. Besonders hervorzuheben ist das zuvorkommende und freundliche Personal. Wir danken für den schönen Nachmittag!

Anmerkung: Zuerst sprechen wir von einer Burg und dann von einem Schloss. - Im Verlauf der Jahrhunderte wurde an- und umgebaut. Die verschiedenen Besitzer setzten ihre persönliche Note, die Burg verlor nach und nach ihre Wehrhaftigkeit und wandelte sich zum Schloss.

 
nfahrt:Von Thun am Thunersee in Oberhofen.
intrittspreis:Für das Museum ist ein kleiner Betrag zu entrichten.
ffnungszeiten:Die Öffnungszeiten für das Museum können bei Tourismus Thun erfragt werden.
esuchsdauer:Ca. 2 bis 2½ Stunden.
ührungen:
esichtigung:Als Einzelperson möglich.
ehenswert in der Nähe:Schloss Hünegg Schloss Thun Thun Glashütte Sarner Freilichtmuseum in Ballenberg, Unterirdische Wasserfälle bei Lauterbrunnen
emerkungen: Parkplätze sind vorhanden. Sie können auch mit dem Schiff von Thun nach Oberhofen und danach mit dem Bus zurück.
 
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