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Ahnungslos und mit Vorurteilen sind wir zum Lindwurm marschiert. Wir vermuteten hinter dem Namen ein Museum für Kinder, mit viel Kunststoff, bunten Drachen, einfach etwas an den Haaren Herbeigezogenes, kommerziell Ausgeschlachtetes. Eigentlich war es uns zuwider, weil diese künstliche Märchenwelt nicht unsere Kragenweite ist. Was uns tatsächlich erwartete, war eines der schönsten Museen der Schweiz! Und dies ohne Übertreibung! Der zweite Titel des Museums: "Bürgerliche Wohnkultur und Landwirtschaft im 19. Jahrhundert" ist eine typische schweizerische Untertreibung und wird dem Museum in keiner Art und Weise gerecht. | ||
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Unseren Rundgang haben wir in der guten Stube begonnen. Der Mittagstisch ist schon gedeckt, das gute Porzellan und das schöne Glas stehen bereit. Offensichtlich ist es Sonntag, kurz vor dem Mittagessen. Die Dame des Hauses steht am Stubentisch und ist in ein Gespräch mit einer guten Freundin vertieft. Pro forma wird etwas gestickt, aber eigentlich geht es ja nur um den üblichen Tratsch. Erst mussten wir über die angetroffene Situation schmunzeln, danach haben wir uns die Kleidung der Damen, die Uhr an der Wand, die Stickereien, die Tischlampe... angesehen. Irgendwie ist alles authentisch, stielecht. So ging es Zimmer um Zimmer weiter. Alles sah so aus, als hätte gerade jemand für kurze Zeit den Raum verlassen und die Utensilien, mit denen er sich gerade beschäftigte einfach liegen lassen. Wo waren die Bewohner? In der Küche wurden wir fündig. Eine Magd rupfte gerade ein Huhn und wird dabei von der erwartungsvoll bettelnden Hauskatze beobachtet. Die Hühnerfedern liegen auf dem Schoss der Magd und natürlich auf dem Boden. Auf dem Arbeitstisch ist die Broträtsche, ein paar Eier, hier wird gerade gekocht. Raum für Raum ein Erlebnis. Alles so, als müsste gleich jemand zur Türe hereinkommen und weitermachen. Die Zimmer sind zwar ordentlich, aber leicht unaufgeräumt. Hie und da findet man Brotkrümmel, eine dreckige Schuhbürste oder schmutzige Handtücher. | ||
| Auf dem Estrich finden wir alles, was so einen Haushalt ausmacht. Die Wäsche zum Trocknen an der Leine, die Nüsse zum Sortieren, die getrockneten Kräuter an der Decke, ein alter nicht mehr benutzter Toilettenstuhl, etwas Staub auf dem Boden, im Hintergrund stapeln sich alte Sachen, die man nicht mehr benötigt aber nicht wegwerfen will. Der Hammer für uns war aber der kleine Innenhof. Der Hühnerstall reichlich mit Federn und Kot auf der Hühnerleiter im kleinen Brunnen schwimmt eine Feder. Alles so, als gäbe es Hühner. Im hinteren Stall waren wir gerade in die Werkzeuge vertieft, die da überall herumlagen, da hörten wir es rascheln? Dann ein täuschend echtes Hühnergegacker. Wir haben an der Decke die versteckten Lautsprecher gesucht, in dieser Unordnung gar nicht einfach. Auf einmal sahen wir sie, drei echte Hennen scharrten im hinteren Teil des Stalls im Stroh. Vorsicht, der Hühnerkot ist echt!
Wer auch immer das Museum so gestaltet hat oder daran irgendwie beteiligt war, ganz herzlichen Dank!! | |||
nfahrt: | Am Rhein ;-) Zwischen Konstanz und Schaffhausen, mitten in Stein am Rhein. | |
intrittspreis: | Für was geboten wird ist ein sehr bescheidener Betrag zu entrichten. | |
ffnungszeiten: | Die Öffnungszeiten für das Museum können bei Tourismus Stein am Rhein erfragt werden. | |
esuchsdauer: | Ca. 2 bis 3 Stunden. | |
ührungen: | ||
esichtigung: | Als Einzelperson möglich, nicht Rollstuhl gängig. | |
ehenswert in der Nähe: | Stein am Rhein., Kloster St. Georgen in Stein am Rhein, Museum Napoleon III in Arenenberg, Diessenhofen, Steckborn | |
emerkungen: | Am besten gehen Sie frühzeitig am Morgen nach Stein am Rhein, gegen Mittag werden die Parkplätze knapp und um alles in Ruhe anzusehen können Sie ohne weiteres einen ganzen Tag einrechnen. | |
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| Ein Service der MediaTime GmbH und des www.stadt-netz.ch | |||